Kunst und Design mit Hugo
          Kunst und Design mit Hugo

                                               Wie alles begann

Es war vor einiger Zeit in Ostfriesland, nahe dem Otto Turm in Pilsum, als meine Mutter, die Störchin Isolde, auf meinen Vater, den Kiebitz Heinz, traf.

Mein Vater, klein von Statur, aber sehr attraktiv, verguckte sich in Isolde. Meine Mutter hatte einen besonders schmachtenden Augenaufschlag und damit konnte sie jeden herumkriegen. So auch meinen Vater. Dass er als Kiebitz sich in eine Störchin verliebte, ist schon außergewöhnlich und ich kenne kein Beispiel in der Tierwelt, wo so etwas schon einmal geschehen ist. Meine Mutter muss bei der Futtersuche ihren Kopf gerade sehr tief über dem Boden gehabt haben, damit sie meinem Vater in die funkelnden Augen blicken konnte. Anders  ist das Zusammentreffen nicht denkbar. Zumindest hatte der Pfeil des Gottes Amor auch sie getroffen. Meine Zeugung muss

 

dann  eine ganz besondere Herausforderung gewesen sein. Ich hoffe, dass sie viel Spaß dabei hatten. Ich mag es mir rein praktisch gar nicht vorstellen...

Nun hatten meine Eltern ein Problem: Störche brüten in riesigen hohen Nestern auf Schornsteinen u.ä., während Kiebitze Bodenbrüter sind. Was also tun? Meine Eltern suchten sich einen kräftigen Baum aus, um dort das Nest zu bauen. Mein Vater schuftete bis zum Umfallen, da ja das Nest sehr groß sein musste. Gerade die großen dicken Zweige waren für ihn eine Herausforderung. Meine Mutter half ihm dabei, denn allein hätte er es nicht geschafft. Es muss wahre Liebe gewesen sein: meine Mutter zwischen den Ästen und mein Vater so hoch über dem Erdboden!

Dafür konnte er am Boden überall hin, wo meine Mutter nicht hinkam. Vor allem was die Nahrung anbetraf. Da beide Vegetarier waren, hatten sie immer einen Vorrat an Körner und Früchten, den sie bei Familie Maulwurf Schattenreich hinterlegt.                                                                                 . Diese Familie passte auf, dass nichts wegkam.

So kam dann die Zeit, wo ich als Ei im Nest lag.

Ich wuchs und wuchs und dann wurde es so eng in dem Ei, das ich heftig von Innen klopfte. Mein Vater, der gerade allein im Nest saß, sah, wie ich mich bewegte und rief ganz laut nach meiner Mutter, die gerade unterwegs war um Nahrung aus der Vorratskammer der Familie Maulwurf  zu holen.

Sie hörte, wie mein Papa rief. Ganz aufreget flog sie zum Nest, verpasste dieses allerdings und blieb in einer Astgabel hängen.

Durch die Erschütterung flog mein Ei aus dem Nest. Mein Vater schaute hilflos hinter mit her, während meine Mutter immer noch in der Baumkrone hing. Aber ich hatte Glück: während des Fluges öffnete sich das Ei und so konnte ich beim Aufprall auf die Erde, auf meinen Beinen landen.

Urplötzlich stand ich auf einer Wiese unter einem Baum und wusste nicht, wo ich war. Alles um mich herum war so neu und farbenfroh

 

Das Abenteuer Leben konnte beginnen.

 

 

 

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